Kosten für die ERP-Implementierung – Was Hersteller wissen sollten
Eine ERP-Software (Enterprise Resource Planning) kann Ihre täglichen Abläufe erheblich verbessern. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass die Gesamtinvestition für solche Systeme über die Softwarelizenz hinausgeht. Ein klarer Überblick über alle Kosten lässt Sie Ihr Budget genauer planen, versteckte Kosten vermeiden und sicherstellen, dass Ihr ERP-System langfristig einen echten Mehrwert bietet.

Was sind die Kosten für die ERP-Implementierung?
Die Kosten für die ERP-Implementierung sind die Gesamtinvestition, die für die Bereitstellung und Konfiguration eines ERP-Systems erforderlich ist.
Die tatsächlichen Kosten eines ERP-Systems (Enterprise Resource Planning) gehen oft weit über die Softwarelizenz selbst hinaus. Hardware, Beratung, Schulungen und laufender Kundensupport können sich schnell summieren, was ein Grund dafür ist, dass mehr als 30 % der ERP-Projekte ihr ursprüngliches Budget überschreiten. Insbesondere für kleine und mittlere Hersteller ist es deshalb entscheidend, diese Kosten im Voraus zu kennen, um eine effektive Budgetierung zu gewährleisten und böse Überraschungen bei der Einführung eines neuen ERP-Systems zu vermeiden.
In diesem Artikel schlüsseln wir die Gesamtkosten der ERP-Implementierung auf und unterstützen Sie dabei, eine fundierte Entscheidung für eine Lösung zu treffen, die Ihren Geschäftsanforderungen entspricht, ohne dass versteckte Kosten und langwierige Implementierungszeiten entstehen.
Verschiedene Arten von ERPs
Bevor wir uns mit den Kosten der ERP-Implementierung befassen, sollten Sie die verschiedenen Arten von ERP-Systemen kennen. Die Art des von Ihnen gewählten ERP-Systems hat schließlich einen großen Einfluss auf die Gesamtkosten, den Zeitplan und die Komplexität Ihrer Implementierung.
Einige Systeme erfordern beispielsweise umfangreiche Anpassungen und technisches Fachwissen, was sowohl die Anfangs- als auch die laufenden Kosten in die Höhe treiben kann. Andere sind sofort einsatzbereit, was die Einrichtungszeit verkürzt, aber weniger Flexibilität bietet.
Lokale kundenspezifische ERP-Systeme
Kundenspezifische ERP-Systeme sind für den Betrieb auf der internen Infrastruktur eines Unternehmens (z. B. Server, Hardware) ausgelegt und auf die spezifischen Abläufe jedes Unternehmens zugeschnitten. Diese Systeme erfordern umfangreiche Anpassungen. Dazu können kundenspezifische Produktionsablaufregeln, einzigartige Qualitätskontroll-Workflows oder Kundenintegrationen mit Fertigungsanlagen gehören. Aufgrund dieses Anpassungsgrades erfordert die Implementierung eines kundenspezifischen On-Premise-ERP-Systems eine besonders enge Einbindung interner Stakeholder sowie spezieller externer Implementierungsteams, die häufig vom Service-Anbieter hinzugezogen werden.
Diese Anpassung bietet viele Vorteile, macht die Implementierung jedoch auch teuer und zeitaufwändig. So ist es beispielsweise nicht ungewöhnlich, dass die Implementierung eines solchen ERP-Systems 6 bis 18 Monate oder länger dauert und die Implementierungskosten in den siebenstelligen Bereich kommen.
Heute sind kundenspezifische On-Premise-ERPs nach wie vor weit verbreitet, jedoch fast ausschließlich großen multinationalen Unternehmen vorbehalten.
On-Premise Out-of-the-Box-ERP-Plattformen
Out-of-the-Box-ERPs (aber On-Premise) sind vorgefertigte Systeme, die vorkonfigurierte Module und Workflows enthalten. Dadurch können Unternehmen sie relativ schnell und mit wenig bis gar keiner Anpassung einsetzen. Im Vergleich zu kundenspezifischen On-Premise-Systemen bietet Out-of-the-Box-Software eine schnellere Bereitstellung und geringere Vorlaufkosten, was sie für kleine und mittlere Unternehmen attraktiver macht.
Da diese Art von Software jedoch weniger flexibel ist als kundenspezifische ERP-Systeme, müssen Unternehmen, die sich für Out-of-the-Box-Software entscheiden, manchmal ihre Prozesse an die Software anpassen (und nicht umgekehrt). Und da sie immer noch auf lokalen Servern vor Ort installiert ist, erfordert die Implementierung weiterhin den Aufbau einer IT-Infrastruktur, auf der sie ausgeführt werden kann.
Cloud-basierte ERP-Software
Die meisten ERP-Softwareprogramme werden heute als SaaS (Software-as-a-Service) angeboten. Diese Systeme basieren auf einem abonnementbasierten Preismodell und sind überwiegend Cloud-basiert. Bei dieser Art von Einrichtung verwaltet der ERP-Anbieter alles, von Software-Updates bis hin zur Hardware-Wartung. Der Kunde zahlt ein monatliches oder jährliches Abonnement und benötigt lediglich mit dem Internet verbundene Geräte, um auf das System zuzugreifen.
Cloud-basierte ERP-Software umfasst in der Regel Module für die Bestandsverwaltung, Produktionsplanung, Fertigungssteuerung und sogar CRM-Tools. Damit erhalten kleine und mittlere Hersteller eine All-in-One-ERP-Plattform ohne die Komplexität von Vor-Ort-Systemen.
Diese ERP-Systeme haben in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen, sodass sich 72 % der Unternehmen im Jahr 2025 für SaaS-ERP-Lösungen entscheiden werden. Diese starke Nachfrage nach SaaS-ERP-Systemen ist auf ihren minimalen Wartungsaufwand, die geringen Vorlaufkosten und ihre Skalierbarkeit zurückzuführen.
ERP-Kosten erklärt
Bei der Bewertung der Kosten für ERP-Software ist es wichtig zu wissen, dass die Anschaffungskosten oft nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten ausmachen. Um sich ein besseres Bild von den tatsächlichen Kosten der ERP-Implementierung zu machen, müssen Sie unbedingt die Gesamtkosten des Betriebs (Total Costs of Ownership, TCO) von ERPs verstehen.
Die TCO messen alle Kosten, die mit der Anschaffung, Bereitstellung und dem Betrieb eines ERP-Systems über seinen gesamten Lebenszyklus verbunden sind. Das bedeutet, dass über den Preis der Software hinaus auch Ausgaben wie Hardware (z. B. Server, Geräte), Betriebskosten (z. B. Wartungs- und Schulungskosten), Implementierungsservices usw. berücksichtigt werden müssen. Bei der Bewertung von ERP-Lösungen sollten Sie sich ein gutes Bild von den jährlichen Gesamtbetriebskosten machen, um Budgets zu verwalten und den Return on Investment (ROI) effektiv zu berechnen.
Die Kosten für die Implementierung eines ERP-Systems können je nach Unternehmen stark variieren, jedoch haben in der Regel mehrere Kernfaktoren den größten Einfluss:
- Komplexität des Unternehmens: Mehr Produktlinien, Standorte oder regulatorische Anforderungen bedeuten mehr Konfigurations- und Schulungsaufwand, was die Implementierungskosten in die Höhe treibt.
- Anzahl der Benutzer: Die meisten ERP-Preismodelle basieren auf einer Pro-Benutzer-Basis. Daher führt eine höhere Anzahl von Benutzern in der Regel zu höheren Softwarelizenzgebühren.
- Internes Fachwissen: Beratungsleistungen können hohe Kosten verursachen, insbesondere bei kundenspezifischen oder sofort einsatzbereiten Systemen. Wenn interne Mitarbeiter über die Zeit und die Fähigkeiten verfügen, um die Einrichtung und Schulung zu unterstützen, fallen die Beratungskosten geringer aus.
- Datenqualität: Wenn Stücklisten, Arbeitspläne und Bestandsaufzeichnungen bereinigt oder standardisiert werden müssen, dauert die Implementierung länger und wird teurer.
- Integrationen: Die Verbindung des ERP-Systems mit anderer Unternehmenssoftware oder Fertigungsanlagen erhöht die technische Komplexität und damit die Kosten.
Im Allgemeinen gilt: Je komplexer das Unternehmen und je mehr Integration erforderlich ist, desto höher sind die Implementierungskosten. Gleichzeitig können klare Daten, gut abgestimmte Prozesse und internes Fachwissen dazu beitragen, Zeit und Kosten unter Kontrolle zu halten.
Als Nächstes wollen wir die wichtigsten Kostenpunkte der ERP-Implementierung aufschlüsseln, beginnend mit den Lizenzgebühren.
1. Softwarelizenzgebühren
Softwarelizenzgebühren sind die Kosten, die ein Unternehmen für den Zugriff auf und die Nutzung eines ERP-Systems bezahlt. Je nach Anbieter kann es sich dabei um einen einmaligen Kauf, einen Jahresvertrag oder ein monatliches Abonnement handeln. Die Kosten für eine Softwarelizenz können je nach Art des ERP-Systems, Anzahl der Benutzer und enthaltenen Modulen oder Add-ons erheblich variieren. Hier finden Sie eine Übersicht über die durchschnittlichen Lizenzkosten für die einzelnen Arten von ERP-Systemen:
- Kundenspezifische On-Premise-Systeme: Diese Systeme verwenden in der Regel ein unbefristetes Lizenzmodell, bei dem Kunden eine einmalige Vorabgebühr für jede Benutzerlizenz entrichten. Bei SAP Business One beispielsweise fallen einmalige Kosten von etwa 3.200 US-Dollar pro Benutzer an. Diese Lizenzkosten können schnell steigen, da jeder zusätzliche Benutzer eine eigene Voll-Lizenz benötigt.
- On-Premise Out-of-the-Box-Systeme: Bei einem Standard-ERP-System liegen die Kosten zwischen einigen Tausend Dollar für kleine und mittlere Unternehmen bis zu einer halben Million Dollar für große ERP-Projekte.
- Cloud-basierte ERP-Systeme: SaaS-ERP-Systeme sind in Bezug auf die Softwarelizenzgebühren am günstigsten und sind in den letzten Jahren deutlich erschwinglicher geworden. Stand 2025 liegt die typische monatliche Abonnementgebühr für SaaS-ERPs zwischen 35 und 500 Euro pro Benutzer.
2. Hardware- und Infrastrukturkosten
Die Hardwarekosten können je nach Unternehmensgröße und -tätigkeit stark variieren. Als Faustregel gilt jedoch, dass die Hardwarekosten für die Implementierung von ERP-Systemen 20 bis 30 % Ihres gesamten ERP-Budgets ausmachen sollten. Auch die Art der verwendeten Software spielt eine große Rolle bei der Bestimmung der Hardwarekosten.
Bei On-Premise-Systemen können beispielsweise die Infrastrukturkosten einen erheblichen Teil der ERP-Implementierungskosten ausmachen. Da diese Systeme intern gehostet und verwaltet werden, muss das Unternehmen in alle Hardware- und IT-Ressourcen investieren (und diese warten), die für den reibungslosen Betrieb des ERP-Systems erforderlich sind. Die internen IT-Mitarbeiter sind auch für die Überwachung des Systems, die Fehlerbehebung, die Wartung und die Datensicherung verantwortlich.
SaaS-ERP-Systeme hingegen werden in der Cloud gehostet und vom Anbieter gewartet. Auch bei diesen Systemen fallen Hardware- und Infrastrukturkosten an, diese sind jedoch deutlich geringer. In der Regel sind lediglich ein Internetzugang und Geräte wie Computer oder Tablets erforderlich, um das System zu nutzen. Bei SaaS-ERP-Systemen fallen keine separaten Wartungsgebühren an, da Support und Updates im Abonnement enthalten sind. Diese schlanke Infrastruktur macht cloudbasierte ERP-Lösungen für kleine und mittlere Hersteller zugänglicher.
3. Implementierungskosten
Die Implementierung ist erforderlich, um ein ERP-System einzurichten und entsprechend den bestehenden Prozessen zu konfigurieren. Je nach Unternehmen können diese Dienstleistungen vom Onboarding-Team des Anbieters, von internen Experten, externen Beratern oder einer Kombination aus allen dreien übernommen werden.
Implementierungsdienstleistungen können einen erheblichen Teil des Budgets für die ERP-Implementierung ausmachen, manchmal zwischen 30 und 50 % der Gesamtkosten der ERP-Software. Je nach Art des von Ihnen gewählten Systems können Sie mit folgenden Implementierungskosten rechnen:
- Kundenspezifische On-Premise-ERPs: Die Implementierung kostet in der Regel etwa das Zwei- bis Dreifache der Softwarekosten und umfasst umfangreiche Anpassungen, lange Zeitpläne und häufige Budgetüberschreitungen. Diese Projekte erfordern eine umfangreiche Einrichtung und Einarbeitung durch den Anbieter.
- On-Premise Out-of-the-Box-ERPs: Die Implementierung kostet in der Regel etwa so viel wie die Software selbst. Obwohl es sich um „sofort einsatzbereite” Systeme handelt, können sie komplex sein und dennoch eine Konfiguration und gewisse Anpassungen erfordern.
- Cloud-basierte ERP-Systeme (SaaS): Die Implementierungskosten sind am niedrigsten, da keine Installation und weniger technische Einrichtung erforderlich und die Arbeitsabläufe intuitiver sind. Viele kleine Unternehmen können Cloud-basierte ERP-Systeme mit minimaler Implementierungsunterstützung implementieren.
Bei On-Premise-ERP-Systemen ist die Implementierung ressourcenintensiver. Um diese ERP-Systeme an bestehende Arbeitsabläufe anzupassen, müssen Unternehmen Hardware einrichten, das System installieren, Datenbanken konfigurieren und die Software anpassen. Interne IT-Mitarbeiter und externe Berater müssen intensiv eingebunden werden, um Integrationen zu verwalten, das System zu testen und sicherzustellen, dass alles wie vorgesehen funktioniert.
Die Bereitstellung Cloud-basierter ERP-Systeme erfordert deutlich weniger Zeit und Ressourcen. Diese Art von Software wird vom Anbieter gehostet und verwaltet, sodass sich die Implementierung auf Aufgaben wie die Einrichtung von Konten, die Datenmigration, die Benutzerkonfiguration und die Prozessabbildung beschränkt und keine technische Installation erfordert. Dies bedeutet einen deutlich geringeren Aufwand für das Unternehmen. Viele Cloud-ERP-Anbieter bieten auch detaillierte Dokumentationen an, um den Prozess zu optimieren und die Selbstimplementierung zu erleichtern.
4. Onboarding-/Schulungskosten
Die Kosten für Schulungen hängen weitgehend von der Art und Komplexität des ERP-Systems ab. Beispielsweise erfordern kundenspezifische ERPs oft umfangreiche, praktische Schulungen, da sie auf die spezifischen Anforderungen und Prozesse jedes Unternehmens zugeschnitten sind.
Die Mitarbeiter müssen sowohl die technischen Aspekte der Software als auch die für ihr Unternehmen konfigurierten einzigartigen Arbeitsabläufe erlernen. Die Schulungen umfassen oft umfangreiche Workshops, Dokumentationen und externen technischen Support, was sich insgesamt auf die Gesamtbetriebskosten auswirkt.
Cloud-basierte ERPs hingegen sind standardisierte und benutzerfreundlichere Systeme. Schulungen und Onboarding erfordern in der Regel weniger Ressourcen und können oft selbstständig mithilfe von integrierten Benutzerhandbüchern und Demo-Videos durchgeführt werden.
Im Durchschnitt kostet die Erstschulung 1.000 bis 2.500 US-Dollar pro Benutzer. Für zusätzliche jährliche Schulungen fallen in der Regel 10 bis 15 % der ursprünglichen ERP-Investition an. Diese zusätzlichen Kosten hängen jedoch auch von der verwendeten ERP-Plattform ab.
5. Wartungskosten
Die Wartung umfasst die erforderlichen Arbeiten, um die Software nach der Implementierung sicher, stabil und auf dem neuesten Stand zu halten. Diese Wartungskosten betragen in der Regel 15 bis 22 % der Softwarelizenzgebühren, hängen jedoch auch von der Art der verwendeten Software ab.
Unternehmen, die On-Premise-ERP-Systeme implementieren, sind selbst für die Wartung verantwortlich. Dies umfasst alles, von der Installation von Software-Updates und der Verwaltung von Datenbanken bis hin zur Überwachung der Serverleistung und der Sicherstellung, dass Backups vorhanden sind. Einige Unternehmen benötigen auch zusätzliches IT-Personal, um regelmäßige Überwachungen, Fehlerbehebungen und Versions-Upgrades durchzuführen.
Bei Cloud-basierten ERP-Systemen ist die gesamte Wartung inbegriffen. Der Benutzer zahlt die Abonnementgebühr, und der Anbieter kümmert sich um alle Updates, die Sicherheit und die Verwaltung der Infrastruktur. Das bedeutet, dass Benutzer automatisch neue Funktionen, Fehlerbehebungen und Compliance-Updates ohne zusätzliche Kosten erhalten.
6. Beratungskosten
Ein wichtiger Schritt bei jedem ERP-Implementierungsprojekt ist die Anpassung der Software an die bestehenden Geschäftsprozesse. Berater können hier Abhilfe schaffen und Unternehmen in der Regel bei kritischen Aspekten der Implementierung unterstützen, wie zum Beispiel:
- Prozess-Mapping
- Systemkonfiguration (Stücklisten, Lagerbestand, Produktion, Einkauf, Kalkulation)
- Testumgebungen und Probeläufe
- Teamschulung und Einarbeitung
- Go-Live-Support
- Optimierung nach der Einführung
Die zusätzlichen Kosten für die Beratung können je nach Unternehmen, dessen Prozessen und der implementierten ERP-Software stark variieren. Bei großen Unternehmen, die ein kundenspezifisches ERP-System implementieren, können die Beratungskosten oft mehrere hunderttausend Euro betragen. Bei kleinen Unternehmen, die ein SaaS-ERP-System verwenden, ist manchmal gar keine Beratung erforderlich oder sie kann vergleichsweise gering ausfallen. Daher ist es schwierig, Kosten für ERP-Beratungsleistungen anzugeben.
Hier sind einige Beispiele aus der Praxis von Beratern, die KMUs bei der Implementierung des Fertigungs-ERP MRPeasy unterstützen:
- Altemir Consulting, gegründet vom ehemaligen NASA-Ingenieur David Altemir, unterstützt Hersteller in ganz Nordamerika bei der Implementierung und Optimierung von ERP-Systemen. Altemir Consulting übernimmt in der Regel den gesamten ERP-Einführungsprozess, von der Ermittlung und Einrichtung bis zum Support nach der Einführung. Ihre ERP-Projekte dauern in der Regel etwa drei Monate, wobei die Kosten zwischen 12.000 und 25.000 US-Dollar liegen.
- Move 2 Cloud ist ein MRPeasy-Partnerberater aus Australien. Die Beratung dauert in der Regel etwa einen Monat und kostet zwischen 2.500 und 30.000 AU$ (~1.600 bis 19.500 US$).
- Cohesis ist ein weiteres australisches ERP-Beratungsunternehmen. Cohesis bietet eine strukturierte Implementierung und praktische Schulungen an, die in der Regel 3 bis 4 Monate dauern. Die Kosten für ihre Dienstleistungen liegen in der Regel zwischen 15.000 und 20.000 AU$ (~9.750 bis 13.000 $).
Beispiel für ERP-Implementierungskosten
Um zu veranschaulichen, was eine ERP-Implementierung kosten kann, betrachten wir ein Beispiel aus der Praxis. Stellen Sie sich einen Hersteller von kohlensäurehaltigen Getränken mit 50 Mitarbeitern vor, der mit Problemen bei der Rückverfolgbarkeit, manuellen Bestandszählungen und unzuverlässigen Planungswerkzeugen zu kämpfen hat. Das Unternehmen hat beschlossen, dass es an der Zeit ist, ein geeignetes ERP-System einzuführen.
Etwa zehn Personen (von der Produktion und dem Einkauf bis hin zu Lagerleitern und der Geschäftsleitung) benötigen Zugriff auf das neue System. Das Unternehmen vergleicht die beiden realistischsten Optionen: ein vor Ort installiertes On-Premise-System und ein moderneres Cloud-basiertes ERP-System.
Hier ist eine Aufschlüsselung der Kosten für jede Option:
Szenario 1: Ein On-Premise Out-of-the-Box-ERP-System
Diese Art von ERP-System bietet Standardmodule für Produktion, Lagerhaltung und Chargenkontrolle, erfordert jedoch eine lokale Installation, Hardware und einen höheren Beratungsaufwand. Die Einführung erfordert mehr Zeit und praktische Arbeit, und der IT-Support wird intern durchgeführt.
Geschätzte Kosten:
- Softwarelizenz: ~50.000 bis 75.000 US-Dollar für unbefristete Lizenzen
- Beratungs- und Implementierungsdienstleistungen: ca. 50.000 bis 100.000 US-Dollar
- Hardware und Infrastruktur: ca. 8.000 bis 12.000 US-Dollar
- Wartung (Support durch den Anbieter, Serverwartung, Strom usw.): ca. 13.000 bis 20.000 US-Dollar pro Jahr
- Schulung (vom Anbieter durchgeführte Schulungen und interne Einarbeitung): ca. 3.000 US-Dollar
- Geschätzte Gesamtkosten im ersten Jahr: ca. 124.000 bis 210.000 US-Dollar
- Jährliche Kosten nach dem ersten Jahr (laufende Wartung): ca. 13.000 bis 20.000 US-Dollar pro Jahr
Diese Konfiguration erfüllt die Anforderungen des Herstellers gut, jedoch sind die Betriebskosten hoch, insbesondere im ersten Jahr. Die Lizenzgebühr ist zwar eine einmalige Zahlung, jedoch muss die Hardware gewartet werden, das IT-Personal ist stark eingebunden, und Änderungen am Workflow erfordern in der Regel zusätzliche kostenpflichtige Beratung. Darüber hinaus gibt es keine Garantie dafür, dass der Softwareanbieter keine neue Softwarelizenz veröffentlicht, wenn eine neue Version des ERP-Systems verfügbar wird.
Szenario 2: Cloud-basiertes ERP (SaaS)
Durch die Entscheidung für ein Cloud-basiertes ERP entfallen Server und Installation vollständig. Die Software bietet volle Funktionalität in Bezug auf Produktionsplanung und Bestandsverwaltung. Das Team benötigt jedoch weiterhin Unterstützung bei Themen wie der Standardisierung von Rezepten, der Anpassung von Arbeitsabläufen und der Konfiguration der Auftragsverwaltung.
Geschätzte Kosten:
- Abonnementgebühren (ca. 500 bis 1.000 US-Dollar pro Monat für 10 Benutzer, je nach Tarif): 6.000 bis 12.000 US-Dollar pro Jahr
- Beratungs- und Implementierungsservices (Datenmigration, Einrichtung von Rezepten, Anpassung von Arbeitsabläufen, Testläufe, Inbetriebnahme): 0 bis 15.000 US-Dollar
- Benutzerschulung: 0 bis 2.000 USD
- Hardware (3 Laptops und große Monitore für Arbeitsplätze sowie 2 Tablets für den Fertigungsbereich): ca. 6.000 USD
- Geschätzte Gesamtkosten im ersten Jahr: ca. 12.000 bis 35.000 USD
- Jährliche Kosten nach dem ersten Jahr (Abonnementgebühren): 6.000 bis 12.000 US-Dollar
Mit einem SaaS-ERP vermeidet der Hersteller den Großteil der Hardware-Anschaffungen, reduziert die langfristigen IT-Kosten und erhält im Rahmen des Abonnements automatische Updates und Wartungsleistungen. Die Vorabinvestitionen sind um etwa 75 bis 90 % geringer und die laufenden Kosten sind besser kalkulierbar.
Welches ERP ist besser geeignet?
Nach dem Vergleich der beiden Optionen stellt der Hersteller fest, dass das Cloud-basierte ERP eine deutlich höhere Kapitalrendite bietet. Das On-Premise-System kann die Aufgabe gut erfüllen, aber die höheren Infrastrukturkosten und der Wartungsaufwand machen es auf Dauer zu einer teureren und risikoreicheren Option. Die Cloud-Lösung bietet eine schnellere, sauberere Einführung und kontrollierte Kosten, die innerhalb des Budgets eines 50-Personen-Betriebs liegen.
Die Auswahl des richtigen ERP-Systems für Ihr Unternehmen
Insgesamt ist es bei der Entscheidung für das ERP-System mit dem richtigen Preis entscheidend, nicht nur die Lizenz, sondern die Gesamtbetriebskosten zu bewerten. Implementierungsservices, Hardware, Schulungen und Wartung tragen alle erheblich zu den Gesamtkosten des Projekts bei.
Die Kosten für Berater können sich ebenfalls schnell summieren, sodass die Kosten für die ERP-Implementierung deutlich über dem ursprünglichen Kaufpreis der Software liegen können. Aus diesem Grund sollten Sie immer berücksichtigen, ob externe Berater für die Implementierung der Software erforderlich sind, und diese Kosten in Ihrem Budget einkalkulieren.
Bei der Suche nach dem richtigen ERP-System für Ihr Unternehmen sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
- Wie zeitaufwändig und kostspielig ist der Implementierungsprozess?
- Welche Investitionen sind für die Einarbeitung und Schulung erforderlich?
- Erfüllt die Software meine aktuellen Systemanforderungen?
- Entspricht die Software den langfristigen Zielen des Unternehmens?
- Wie bereit sind unsere Mitarbeiter, den Umgang mit der Software zu erlernen?
- In welchem Umfang ist Unterstützung durch den Anbieter erforderlich?
- Mit welchen anderen Systemen sollte das ERP-System integriert werden?
Die wichtigsten Kernpunkte
- Die Kosten für die ERP-Implementierung sind die Gesamtinvestitionen, die für die Bereitstellung eines ERP-Systems erforderlich sind, einschließlich Software, Beratung, Hardware, Schulung und laufender Wartung. Diese Kosten variieren erheblich je nach Größe und Komplexität eines Unternehmens und je nachdem, ob es sich um eine On-Premise- oder um eine Cloud-basierte ERP-Lösung handelt.
- Der Zeit- und Arbeitsaufwand für die Implementierung ist ebenso wichtig wie der Preis. Einige Systeme erfordern monatelange Konfigurations-, Entwicklungs- und IT-Arbeiten, während andere innerhalb weniger Wochen bereitgestellt werden können. Längere, komplexere Rollouts bedeuten oft höhere Beratungsgebühren, einen größeren internen Aufwand und einen langsameren ROI.
- Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für Cloud-basierte SaaS-ERP-Systeme. Diese modernen Plattformen bieten Funktionen, für die bisher umfangreiche Vor-Ort-Installationen erforderlich waren, und zeichnen sich gleichzeitig durch besser kalkulierbare Kosten und eine einfachere Skalierbarkeit aus.
- Der Beratungsbedarf ist sehr unterschiedlich. Kundenspezifische Systeme erfordern oft umfangreiche Beratung und lange Implementierungszeiten. Die Implementierung von SaaS-Systemen erfordert in der Regel weniger Support, und Berater helfen hauptsächlich bei der Prozessabbildung, der Datenmigration und der Erstkonfiguration.
- Wenn Sie die Gesamtbetriebskosten kennen, vermeiden Sie Überraschungen beim Budget: Wenn Sie über die Lizenzgebühren hinausdenken (und Hardware, Wartung, Upgrades und interne Zeitkosten berücksichtigen), können Sie eine Lösung wählen, die nicht nur bei der Einführung, sondern auch in den kommenden Jahren erschwinglich ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Implementierung eines ERP-Systems kann schwierig sein, wenn das System komplex oder stark angepasst ist. Beispielsweise haben On-Premise-Lösungen mit einzigartigen Workflows oder tiefen Integrationen oft Implementierungszeiten von mehreren Monaten oder mehr und erfordern erhebliche Ressourcen. Cloud-basierte ERP-Systeme lassen sich in der Regel einfacher implementieren, wobei die Schwierigkeiten hauptsächlich in der Datenbereitschaft, der Prozessklarheit und dem Änderungsmanagement liegen.
Ja, es ist möglich, ein ERP-System ohne die Hilfe von Beratern zu implementieren, insbesondere bei modernen Cloud-basierten Systemen. Beispielsweise sind viele kleine Hersteller in der Lage, KMU-orientierte ERP-Lösungen mithilfe der bereitgestellten Dokumentation und Tutorials selbstständig zu konfigurieren. On-Premise-Systeme erfordern jedoch aufgrund ihrer Komplexität und Infrastrukturvoraussetzungen in der Regel Berater.
Für kleine Unternehmen können die Gesamtkosten für ein ERP-System im ersten Jahr zwischen einigen Tausend und weit über 50.000 US-Dollar liegen, je nach Systemtyp und Komplexität. Cloud-basierte ERP-Systeme sind häufig am kostengünstigsten, mit niedrigen Abonnementgebühren und minimalen Hardwareanforderungen. On-Premise-Systeme sind aufgrund von Servern, Wartung und höherem Beratungsbedarf deutlich teurer.
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